Der 8-Stunden-Arbeitstag: Brauchst du den noch oder kann der weg?

Der 8-Stunden-Arbeitstag: Brauchst du den noch oder kann der weg?

In Deutschland tauchte er im Jahr 1884 das erste Mal auf und hat sich bis heute gehalten: Der 8-Stunden-Arbeitstag. Festzuhalten ist, dass den damaligen Arbeitern mit diesen 8 Stunden tatsächlich die Arbeitszeit verkürzt wurde und sie bei 6 Werktagen nur noch eine Arbeitszeit von 48 Stunden pro Woche hatten.

Unvorstellbar? Ja.

Die Mehrzahl der Arbeitnehmer steht morgens auf, schafft vielleicht ein kurzes Frühstück, eilt aus dem Haus und kommt dann je nach Arbeitsweg und mit Glück nach 10 Stunden wieder heim – bei mir sind es knapp 14 Stunden. Wie ist es bei dir?

Ach, Moment. Wir haben ja 2020.

2020 steht im Zeichen von Covid-19, und das bedeutet, dass viele Arbeitnehmer in Kurzarbeit sind oder/und Teile ihrer Arbeit vom Home-Office aus erledigen und der gewohnte 8-Stunden-Tag seit Monaten ein eher spärlich beachtetes Dasein fristet.

Aber ist das – mal abgesehen von der anhaltenden Pandemie und der Kurzarbeit – denn so schlecht? Werden wir, wenn die Krise überstanden ist, wieder zu alten Mustern und Gewohnheiten zurückkehren? Oder haben wir mit Covid-19 die Möglichkeit aufgedrückt bekommen, neue Arbeitsmodelle zu testen und ihnen nach der bestandenen Probezeit eine Chance zu geben?

Wie sähe es denn aus, wenn wir das Thema Work-Life-Balance endlich mal vom Papier befreien und mit Leben füllen? Oder sollte aufgrund der immer stärkeren Verschmelzung von Arbeit und Privatem eher um eine Work-Life-Integration gehen?

Muss ich denn jeden Tag im Büro anwesend sein oder reichen auch ein bis zwei Präsenztage im Büro, da ich aufgrund der technischen Möglichkeiten sowohl meine Aufgaben vom Home-Office erledigen und auch an Meetings teilnehmen kann?

Muss ich überhaupt noch ins Büro oder können wir dank Microsoft Teams oder Zoom auch über Bürogrenzen hinaus ein erfolgreiches Team sein und zum Erfolg des Unternehmens beitragen?

Welche Flexibilität räumt mir mein Unternehmen bei den Arbeitszeiten ein? Nehmen wir einen heißen Sommer: Wenn ich morgens 4 Stunden arbeite, dann beispielsweise eine 6-stündige Freizeit einschiebe und dann wieder 4 Stunden arbeite – bin ich dann nicht effektiver und zufriedener, als wenn ich 8 Stunden am Stück im Büro sitze? Und wie sieht es mit den Aufgaben aus, an denen ich autark arbeite? Kann ich die nicht auch zum Beispiel am Samstag oder Sonntag erledigen?

Sicher, es gibt noch die eine oder andere Voraussetzung zu schaffen, damit wir auch künftig alternative Arbeitszeitmodelle nutzen können. Ausgeglichene und produktivere Mitarbeiter werden die Folge sein – was willst du mehr?